Sonderausstellungen
| 01.08.2010 | Johann Peter Hebel - Bewegter Geist, bewegtes Leben |
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| Die interaktive Literaturausstellung zum 250. Geburtstag |
| Die Ausstellung widmet sich den unterschiedlichen Wirkungsfeldern des alemannischen Mundartdichters, Theologen und Pädagogen Johann Peter Hebel. Interaktive Mitmachstationen ermöglichen Jung und Alt den spielerischen Umgang mit Hebels Biografie, mit seinem vielfältigen Wirken sowie mit Aspekten seines Privatlebens. | |
| Museum | Museum am Burghof, Lörrach |
| Start | 01.05.2010 |
| Ende | 01.08.2010 |
| 08.08.2010 | Das Gehirn ist eine Reise wert |
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| Wie sieht es im Inneren unseres Kopfes eigentlich aus? Was passiert, wenn wir sehen, hören, denken, fühlen oder handeln? | |
| Museum | Anatomisches Museum der Universität Basel |
| Start | 14.03.2010 |
| Ende | 08.08.2010 |
| 08.08.2010 | Gabriel Orozco |
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| Die grosse Überblicksausstellung zeigt Installationen, Skulpturen, Fotografien, Malereien und Zeichnungen des 1962 geborenen Mexikaners Gabriel Orozco. Er gilt als einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart und pendelt zwischen New York, Paris und Mexico City. Dieses für seine Generation typische Unterwegssein, dieses konstante Bewegungsprinzip, findet auf vielfältigste Weise Niederschlag in seinem Werk. Die Spannweite reicht von einer fotografisch festgehaltenen Atemspur auf einem Piano bis zum der Länge nach zerschnittenen und einplätzig wieder zusammengefügten Citroën DS. Die Ausstellung ist vorgängig im Museum of Modern Art, New York zu sehen und reist anschliessend ins Centre Pompidou, Paris und Tate Modern, London. | |
| Museum | Kunstmuseum Basel |
| Start | 18.04.2010 |
| Ende | 08.08.2010 |
| 15.08.2010 | Hermes statt SMS |
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| Kommunikation in der Antike |
| Wie wurde in der Antike geflirtet? Wie haben die Götter mit den Menschen kommuniziert? Und wie funktionierte Politpropaganda bei den Römern? Diese und weitere Fragen beantwortet eine kleine aber feine Ausstellung im Antikenmuseum. | |
| Museum | Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig |
| Start | 26.03.2010 |
| Ende | 15.08.2010 |
| 22.08.2010 | Der gestiefelte Kater |
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| Eine der berühmtesten Katzen ist jene mit den schwarzen Stiefeln. Aber sie ist nicht allein zu Gast im Museum. | |
| Museum | Spielzeugmuseum, Dorf- und Rebbaumuseum Riehen |
| Start | 05.05.2010 |
| Ende | 22.08.2010 |
| 22.08.2010 | Strange Comfort (Afforded by the Profession) |
|---|---|
| Die Kunsthalle Basel präsentiert die Gruppenausstellung "Strange Comfort (Afforded by the Profession)" mit Maria Thereza Alves, Michel Auder, Ross Birrell und David Harding, Cezary Bodzianowski, Latifa Echakhch, Paul Hendrikse, Dunja Herzog, Cécile Hummel, Nick Mauss, Charlotte Moth, Lorraine O Grady, Giulia Piscitelli, Vanessa Safavi, Franco Vaccari, Danh Vo und Martin Wong. Die Ausstellung wurde von Adam Szymczyk in Zusammenarbeit mit Annette Amberg und Roos Gortzak kuratiert, sowie von Salvatore Lacagnina, dem künstlerischen Leiter des Schweizerischen Instituts in Rom, co-kuratiert. Eine Kurzgeschichte des britischen Schriftstellers Malcolm Lowry (1909-1957) mit dem Titel Strange Comfort Afforded by the Profession (Seltsamer Trost, den der Beruf gewährt) inspirierte diese Ausstellung. Sie wurde erstmalig im Jahr 1953 in der Zeitschrift "New World Writing" veröffentlicht, 1954 auf Italienisch herausgegeben und schliesslich 1961 in die posthum erschienene Sammlung "Hear Us O Lord From Heaven Thy Dwelling Place" aufgenommen. Diese Ausgabe von Lowrys späten, lose verbundenen Prosastücken im Stil von Reiseberichten enthält eine Reihe der italienischen Geschichten, die er 1948 nach einer Rom- und Neapelreise schrieb. Dazu gehören auch die Stücke Elephant and Colosseum und Present Estate of Pompeii , wobei letztere die Beschreibung einer Führung durch die Ruinen von Pompeji enthält, an der ein kanadisches Paar teilnimmt. Der Titel der Sammlung selbst entstammt einem Fischerlied von der irischen Insel Man. In Strange Comfort Afforded by the Profession porträtiert Lowry einen Schriftsteller, der das Haus an der Piazza die Spagna in Rom besucht, in dem der englische Dichter John Keats 1821 an Tuberkulose starb. 1909 wurde es in eine Gedenkstätte umgewandelt und beherbergt seither eine herausragende Sammlung von Büchern und Dokumenten zur englischen Romantik, sowie verwandte Kuriositäten und Erinnerungsstücke darunter auch die Totenmaske von Keats. Sigbjørn Wilderness, der Protagonist der Geschichte, ist ein amerikanischer Autor mit einem Guggenheim Stipendium in Rom und deutlich Lowrys Alter Ego, wenn er die angenehme Dunkelheit des Keats-Shelley-Hauses erforscht, sich Notizen macht und über den dort ausgestellten Manuskripten, Reliquien und Artefakten grübelt. In Lowrys Geschichte entsteht der im Titel angesprochene seltsame Trost durch die Betrachtung unbelebter Objekte und das Lesen von Briefen, Notizen und Dokumenten Aktivitäten, welche die Technik des Schriftstellers und die Essenz seines Métiers ausmachen. Tatsächlich scheint dieses anhaltende private Studium, zu dem das permanente Sammeln und Infragestellen bestehenden kulturellen Materials gehört seinerseits ein Gegenstück zum Konsumieren und Produzieren desselben in der Praxis vieler zeitgenössischer Künstler nach zu klingen. Die Ausstellung in der Kunsthalle Basel bedient sich des seltsamen Trosts , der durch die Berufe des Künstlers, Kurators und Schriftstellers gleichermassen bereitet wird wobei jeder vollkommen eigenständig ist. Sie setzt ihn nicht nur als Mittel zum Ausstellungsmachen, sondern als übergreifende Praxis des Einbindens, Kommentierens und Umformens von Wissen aus unterschiedlichen Bereichen ein, darunter Geschichte, Literatur und Kunst. Dementsprechend teilen die Künstler in dieser Ausstellung eine eigenwillige Herangehensweise an allgemein anerkannte Begriffe der Kulturgeschichte, die neue Interpretationsarten eröffnet und die kritische Neuerzählung konventioneller und akademischer Berichte möglich macht. Eine Ausstellung mit demselben Titel wurde bereits am 8. Mai 2010 in Rom eröffnet. Sie fand im Schweizerischen Institut in der Via Ludovisi und dem Keats-Shelley-Haus an der Piazza di Spagna statt, sowie an weiteren Orten, die sich in Gehdistanz davon befinden. Dazu gehören das Buchantiquariat C.E. Rappaport in der Via Sistina, der Garten vor der Kirche St. Isidore in der Via degli Artisti, sowie ein etwas entfernter gelegener Ort von historischem Interesse: der nicht-katholische Friedhof in der Via Caio Cestio, wo Keats begraben liegt. Hier fand am Abend nach der Eröffnung die Aufführung der Komposition für Violine Lift Me Up For I Am Dying von Ross Birrell statt. Die Ausstellung in Rom, die noch bis zum 25. September dauert, wurde ebenfalls von Adam Szymczyk und Salvatore Lacagnina kuratiert und präsentiert Arbeiten von Maria Thereza Alves, Ross Birrell und David Harding, Nancy Davenport, Moyra Davey, Jimmie Durham, Dunja Herzog, Cécile Hummel, Goshka Macuga, Franco Vaccari und Danh Vo. Die Ausstellungen in Basel und Rom überschneiden sich zwar zeitlich und zeigen teilweise dieselben Künstler, auch tauchen in Basel Variationen von in Rom gezeigten Arbeiten auf (im Fall von Maria Thereza Alves werden gar dieselben zwei Filme in beiden Städten gezeigt), aber dennoch ist die Kunsthalle weder die zweite Station der Ausstellung nach Rom noch eine Folge davon. Vielmehr ergänzen sich die beiden Projekte und weisen gleichzeitig wichtige Unterschiede auf. In Rom wurde die Lesart der ausgestellten Arbeiten durch die historische Besonderheit der Schauplätze im Hinblick auf die bestehenden Erzählungen, die an die Kulturgeschichte der jeweiligen Orte gebunden waren, überbestimmt und durch die allgemeine sowohl historische als auch gegenwärtige Beschaffenheit Roms als eine Gesamtheit an touristischen Schauplätzen weiter konditioniert. Im Gegensatz dazu erstreckt sich die Ausstellung im Erdgeschoss der Kunsthalle Basel über eine Folge weisswandiger Galerien und die einheitliche Erscheinung der Räume wirkt der historischen und narrativen Dimension in vielen der gezeigten Arbeiten entgegen. Die Ausstellung ist vom Kontext, den sie in Rom hatte, abgelöst und die Kurzgeschichte, die ihr das Stichwort gab, ist nicht länger ihre bestimmende Referenz. Aus dieser zeitlichen und geografischen Verschiebung resultieren neue Aspekte, die in der Basler Ausstellung erforscht werden: das vage Déjà vu, das sich aus der Tatsache ergeben mag, dass einige Künstler ihre Arbeiten gerade erst in Rom gezeigt haben, wird wohl dadurch noch verstärkt, dass auch zwei der Arbeiten (von Charlotte Moth und Latifa Echakhch) integriert wurden, die ursprünglich Teil von After Architects , der vorhergehenden Gruppenausstellung in der Kunsthalle Basel, waren. Strange Comfort (Afforded by the Profession) versucht die festen Parameter einer Gruppenausstellung und die Regeln, die ihre Inszenierung bestimmen, zu hinterfragen. Auch wenn sie es den Künstlern zugesteht, Arbeiten zu zeigen, ohne sie in ein vorgefasstes Thema zu zwängen, kann die Ausstellung als Zusammenstellung von Richtlinien gesehen werden: ein institutionelles, organisatorisches, strukturelles und visuelles Regime, das seinen Teilnehmern Machern und Betrachtern gleichermassen den seltsamen Trost eines geführten Weges mit vielen Windungen und plötzlichen Abzweigungen bereitet. Ein Fragment der Reise, die niemals endet (Lowry) und keine Auflösung kennt. Die Ausstellung wurde realisiert in Zusammenarbeit mit: Istituto Svizzero di Roma Die Ausstellung wurde grosszügig unterstützt von: Regent Lighting Istituto Italiano di Cultura di Zurigo | |
| Museum | Kunsthalle Basel |
| Start | 13.06.2010 |
| Ende | 22.08.2010 |
| 22.08.2010 | Tinguely für Karola |
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| Schenkung Prof. Dr. Roland Bieber |
| Die Schenkung Prof. Biebers in Erinnerung an seine 2007 verstorbene Gattin, Karola Mertz-Bieber, zeigt eine Auswahl von Briefzeichnungen, Zeugnisse einer ein Vierteljahrhundert dauernden Freundschaft mit dem Künstler. Mit Jean Tinguely teilte Karola Bieber-Mertz Neugier, Phantasie, Freude am leben, aber auch das Wissen um Grenzen und Abgründe. | |
| Museum | Museum Tinguely |
| Start | 13.03.2010 |
| Ende | 22.08.2010 |
| 29.08.2010 | Gips & Gold |
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| Kristalle der Region Basel |
| Der Gesteinsuntergrund der Umgebung von Basel ist vor allem für seinen Fossilreichtum bekannt; weniger ergiebig ist der Boden für Mineralien- und Kristall-Funde. Dennoch ist die Region Basel weitaus mineralienreicher als man allgemein annehmen würde. In einer kleinen Sonderausstellung geht das Naturhistorische Museum Basel den Fragen nach, welches die wichtigsten und schönsten Mineralien in Basels Umgebung sind, wo man sie findet und welche Mineralien wirtschaftlich genutzt werden. | |
| Museum | Naturhistorisches Museum Basel |
| Start | 12.02.2010 |
| Ende | 29.08.2010 |
| 29.08.2010 | Felix Gonzalez-Torres |
|---|---|
| Specific Objects without Specific Form |
| Die Fondation Beyeler präsentiert einen Teilbereich einer grossen Wanderretro-spektive des auf Kuba geborenen amerikanischen Künstlers Felix Gonzalez-Torres (1957 1996), der zu den einflussreichsten Künstlern seiner Generation zählt. Die Ausstellung umfasst Werke aus allen Phasen der kurzen, aber fruchtbaren Laufbahn des Künstlers. Sie stammen aus öffentlichen und Privatsammlungen in den Vereinigten Staaten und Europa. Einige, die bislang nur selten zu sehen waren, sind ebenso darunter wie bekanntere Gemälde, Skulp-turen, fotografische Arbeiten und Projekte im öffentlichen Raum. Die experimentelle Form dieser bahnbrechenden Ausstellung verweist auf Gonzalez-Torres radikale Kunstkonzeption. Die Ausstellung Felix Gonzalez-Torres. Specific Objects without Specific Form (Spezifische Objekte ohne spezifische Form) widersetzt sich der herkömmlichen Vorstellung, der zufolge eine Ausstellung etwas Fixiertes ist und eine Retrospektive den Anspruch des umfassenden Überblicks hat. Sie bietet stattdessen verschiedene Ausstellungsversionen, von denen keine einen autoritativen Anspruch erhebt: eine optimale Präsentationsform für das uvre eines Künstlers, der Fragilität, das Vergehen der Zeit und das Infragestellen von Autorität ins Zentrum seiner Kunst stellte. Sobald die Hälfte ihrer Dauer erreicht ist, wird die Ausstellung an allen ihren Stationen von einem jeweils anderen Künstler neu installiert. Alle diese Künstler zählen das Werk von Gonzalez-Torres zu ihren Inspirationsquellen. In der Fondation Beyeler wird die Künstlerin Carol Bove die Ausstellung ab Ende Juli neu installieren Kunstwerke hinzufügen und entfernen, Dinge wie die Beleuchtung, die Beschriftungen, die Präsentation als solche ändern. Sie wird mit anderen Worten für eine völlig neue Version der Ausstellung verantwortlich sein. Organisiert wurde diese von Elena Filipovic kuratierte Retrospektive vom Wiels Contemporary Art Centre, Brüssel, in Zusammenarbeit mit der Felix Gonzalez-Torres Foundation, New York. Die erste Station war das Wiels Contemporary Art Centre in Brüssel (16. Januar 2. Mai 2010). Dort wurde Danh Vo mit der zweiten Version betraut. Anschliessend reist sie in die Fondation Beyeler, Basel (22. Mai 29. August 2010). Dort wird Carol Bove für die zweite Version verantwortlich sein. Die letzte Station ist schliesslich das Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main (28. Januar 25. April 2011), wo Tino Sehgal die zweite Version kuratieren wird. Im Anschluss an die Wanderretrospektive wird 2011 ein reich illustrierter Katalog mit Essays von Elena Filipovic, Danh Vo, Carol Bove und Tino Sehgal sowie Interviews mit Künstlern verschiedener Generationen erscheinen, der die einzelnen Versionen der Ausstellung dokumentieren wird. Unter dem Titel der Ausstellung wird diese Publikation vor allem Künstler zu Wort kommen lassen und damit die massgebliche Bedeutung von Gonzalez-Torres Werk für die heutige Kunst hervorheben. | |
| Museum | Fondation Beyeler, Riehen/Basel |
| Start | 21.05.2010 |
| Ende | 29.08.2010 |
| 05.09.2010 | Rosemarie Trockel |
|---|---|
| Zeichnungen, Collagen und Buchentwürfe |
| Die Zeichnungen von Rosemarie Trockel (*1952) hängen eng mit ihren Skulpturen, Strickbildern und Videos zusammen, sie lassen sich aber auch als selbständige künstlerische Recherche verstehen. In einer umfangreichen Übersichtsausstellung werden sämtliche wichtige Zeichnungsgruppen der deutschen Künstlerin vorgestellt. Sie beginnt mit den frühen Blättern der 1980er Jahre und verfolgt die zeichnerische Entwicklung der Künstlerin bis hin zu neuen, im Hinblick auf die Ausstellung entstandenen Werke. | |
| Museum | Kunstmuseum Basel |
| Start | 30.05.2010 |
| Ende | 05.09.2010 |
| 05.09.2010 | Basquiat |
|---|---|
| Dieses Jahr hätte Jean-Michel Basquiat (1960-1988) seinen 50. Geburtstag feiern können. Die Fondation Beyeler nimmt dies zum Anlass, das Werk des bereits mit 27 Jahren verstorbenen New Yorker Künstlers in einer umfassenden Retrospektive zu würdigen. Live fast, die young: Das kurze intensive Leben und die Blitzkarriere Jean-Michel Basquiats vom Aussenseiter zum Liebling der internationalen Kunstszene ist dazu angetan, ein wichtiges Kapitel in der Sammlung der Künstler-Legenden des vergangenen Jahrhunderts einzunehmen (sein Leben ist 1996 denn auch von seinem Künstlerkollegen Julian Schnabel mit beachtlichem Staraufgebot verfilmt worden). Heute noch, über zwanzig Jahre nach dem frühen Drogentod des Künstlers, erzielen die unverwechselbaren Ölbilder und Zeichnungen an Auktionen astronomische Preise. Die mit wildem Pinselstrich gemalten, oftmals bekrönten Porträts schwarzer Helden der Kultur- und Sportszene, die rauen, kantigen Kompositionen mit Comicfiguren und stakkatoartigen Satzfetzen, die Gemeinschaftsarbeiten mit Andy Warhol oder Francesco Clemente haben offensichtlich nichts an Marktwert und Beliebtheit eingebüsst. Shootingstar im überschäumenden Kunstmarkt Basquiat ist der Inbegriff des jungen wilden Shootingstars im überschäumenden Kunstmarkt der 1980er Jahre. Mit 18 Jahren besprayte der Sohn eines Haitianers und einer Puertoricanerin zusammen mit seinem Freund Al Diaz die Wände im Süden Manhattans mit kraftvollen politischen Graffiti-Phrasen, die er mit SAMO© (für same old oder same old shit ) signierte. Etwas Geld verdiente er zu Beginn seiner Karriere mit dem Verkauf von xerokopierten Postkarten, von Collagen und handbemalten T-Shirts. An Selbstbewusstsein schien es dem Autodidakten nicht zu mangeln: Seit ich 17 war, dachte ich, aus mir könnte ein Star werden , sagte er in einem Interview. Er musste nicht lange warten, bis sich seine Erwartungen erfüllten: 1982 wurde der 21-jährige als einer der jüngsten Teilnehmer aller Zeiten an die Documenta in Kassel geladen. Im Jahr darauf integrierte die Galerie Beyeler Basquiat in die prominent bestückte Gruppenausstellung Expressive Malerei nach Picasso . Dieter Buchhart, der die Ausstellung in der Fondation Beyeler zusammen mit Fondation-Direktor Sam Keller kuratiert, ist überzeugt, dass Basquiat weit mehr ist als ein Phänomen eines überhitzten Kunstmarkts. Als Vorläufer der Kunst der 1990er-Jahre und als Inspirationsquelle für den Neoexpressionismus hat er sich einen bedeutenden Platz in der jüngeren Kunstgeschichte geschaffen , sagt er. In seinen Kompositionen sampelt Basquiat wie ein Bild-Jockey oftmals in satten Farben Comic-Figuren, afrikanische Masken, Zeichen des modernen urbanen Lebens, kindliche Kritzeleien, Wörter, Satzfetzen und dergleichen mehr. Die New York Times bewunderte bereits 1985 in einer umfassenden Würdigung die feine Ausgeglichenheit scheinbar gegensätzlicher Kräfte: Kontrolle und Spontaneität, Bedrohung und Witz, urbane Symbolik und Primitivismus . Die Ausstellung in der Fondation Beyeler es handelt sich laut Buchhart mit Hauptwerken wie Untitled (Skull) (1981), Boy and Dog in a Johnnypump (1982), Philistines (1982) und Riding with Death (1988) um die erste umfassende Einzelausstellung in Europa überhaupt vereinigt rund 150 Werke aus zahlreichen amerikanischen und europäischen Museen, vor allem aber aus Privatsammlungen. Zahlreiche Werke sind das erste Mal überhaupt in Europa zu sehen. Die Retrospektive soll helfen, so die Absicht der Ausstellungsmacher, die einzigartige künstlerische Entwicklung und kunsthistorische Bedeutung Basquiats nachzuzeichnen. | |
| Museum | Fondation Beyeler, Riehen/Basel |
| Start | 09.05.2010 |
| Ende | 05.09.2010 |
| 12.09.2010 | Moyra Davey |
|---|---|
| Speaker Receiver |
| Die Kunsthalle Basel freut sich "Speaker Receiver", die erste institutionelle Ausstellung in Europa mit Arbeiten von Moyra Davey anzukündigen. Die 1958 in Kanada geborene Künstlerin lebt und arbeitet in New York. Daveys künstlerische Praxis umfasst Fotografie, Film und Video, ebenso wie Lesen und Schreiben. Sie versteht die beiden letztgenannten Aktivitäten als untrennbare und ebenso bedeutsame Techniken des Arbeitens: ihre lebhaftes, prägnantes Verständnis von Philosophie und Literatur führen zu neuen Schriften, die wiederum bestehende Texte reflektieren, da sie auf Erinnerungen und Zitaten aufbauen. Indem sie eine Affinität oder sogar einen wechselseitigen Einfluss zwischen den Tätigkeiten des Lesens und Schreibens vorschlägt, lokalisiert Davey den Punkt, an dem der Wunsch nach fliessender Produktion und Konsumation diese beiden normalerweise gegensätzlichen Seiten des Kommunikationsprozesses, sich treffen und überschneiden lässt. In Bezug auf Daveys Arbeit könnte man sagen: schreiben ist lesen. Die Künstlerin beschäftigte sich in ihrem langen Essay "The Problem of Reading" (Documents Books, 2003) ausführlich mit dieser Thematik. Ihre schriftstellerische Tätigkeit sollte nicht als Mittel zum blossen Kommentieren ihrer visuellen Produktion oder zur Darstellung des Quellenmaterials der richtigen Arbeiten verstanden werden, sondern als ein Element ihres Schaffens, um die Ideen, die ihre Fotografien und Filme zu erforschen suchen, hervor zu heben. Davey formuliert in der Tat nicht weniger als den Aufruf zu einer Fotografie, deren Ursprünge und Ziele im Schreiben liegen eine vernünftige Forderung, wenn wir Fotografie im Sinne der griechischen Etymologie des Wortes als eine Art mit Licht zu schreiben verstehen. Zu der Ausstellung in der Kunsthalle Basel gehören zwei von Daveys neueren Videos: "Fifty Minutes" (2007), ein Monolog, komponiert aus Passagen über relevante Themen: Geld, Zeit, Abhöraktionen, Hollis Frampton, Nostalgie, Angst, Schwangerschaft, ein Sofa und ein Kühlschrank auf letzterem steht eine Skyline aus Nahrungsmitteln und Medikamenten und er taucht auch in einer von Daveys Fotografien auf; "My Necropolis" (2009), das dokumentiert, wie die Künstlerin die Gräber von Schriftstellern auf verschiedenen Pariser Friedhöfen besucht. Diese beiden Videos können von einem bequemen Sofa aus auf einem Monitor angeschaut werden. Das Sofa wurde im Ausstellungsraum plaziert, als ob es klar machen sollte, dass Daveys Häuslichkeit auf Kriegsfuss mit dem Museum steht. Daveys ausgestellte Fotografien sind bescheiden in ihrer Grösse, traditionell abgezogen, auf eine kleine Anzahl an Motiven begrenzt und zeigen auf unspektakuläre Weise die Bedingungen des Lebens und Arbeitens als eine Metapher für die Condition Humaine und deren Widersprüche. Die Bilder zielen darauf ab, noch ein weiteres, fundamentaleres Paar von einander entsprechenden Zuständen als das von Übertragung und Empfang zu etablieren das des Arbeitens und Lebens. Vielleicht schlagen sie aber auch vor, arbeiten als leben zu verstehen, als nicht-befremdende Arbeit und somit als eine Existenz, die sich ihrer neu erkannten Fähigkeiten bewusst ist, ihrer noch zu erreichenden Möglichkeiten und inhärenten Begrenzungen. So gesehen macht Davey uns, die Betrachtenden, zu Komplizen im Prozess des Lebens, den sie in Fotografien unbelebter Dinge aufzeichnet, die von ihrem Gebrauch sprechen und von denen, die sie benutzen. Dadurch schafft sie es, dieses gut-geprüfte Leben (wie Helen Molesworth es ausdrückt) ans Licht zu bringen. Ihre Fotografien sind Elemente und Aufzeichnungen von etwas, was der italienische Autor Cesare Pavese im Titel seiner Tagebücher il mestiere de vivere nannte das Métier, oder die Profession, des Lebens. "Speaker Receiver", der Titel von Daveys Ausstellung in der Kunsthalle, greift das Verständnis der Filmwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Kritikerin Kaja Silverman von den Begriffen der Übertragung und des Empfangs von Bildern und Worten im Hinblick auf die Politik der Bildproduktion und der Geschlechter auf. Wie Silverman in ihrem Aufsatz "The Author as Receiver" (October, no. 96, 2001) und in ihrem jüngsten Interview mit George Baker (Artforum, Februar 2010) beschreibt, ist eine solche Übertragung Teil einer patriarchischen, totalisierenden Ordnung, während der Empfang eine produktive Möglichkeit in den Händen von Künstlern ist. Dementsprechend lautet Daveys Vorschlag, dass Künstler ebenso Empfänger wie Sprecher sind. Eine Idee, in der vielleicht auch die negative Fähigkeit mitschwingt, die John Keats am 21. Dezember 1817 in einem Brief an seinen Bruder erwähnt ( when man is capable of being in uncertainties (wenn ein Mensch dazu fähig ist, in Ungewissheit zu sein)). Die Ausstellung in Basel wird von einer neuen Monografie begleitet, die ebenfalls den Titel "Speaker Receiver" trägt. Die Publikation wird herausgegeben von Adam Szymczyk, von Sternberg Press veröffentlicht und enthält Essays von George Baker, Chris Kraus, Bill Horrigan und Erik Rosenberg, sowie ein Interview mit der Künstlerin. Teil von "Speaker Receiver" ist auch "Index Cards", ein neuer Text von Davey, in der sie über Dinge, wie eine gerade überstandene Krankheit, ihre persönliche Kartographie von Paris und ihre Gewohnheit, Zeitung zu lesen, nachdenkt. Mehr noch als eine systematische Argumentation zu formulieren, entfaltet sich der Aufsatz in einer Reihe von kurzen takes oder Fragmenten und beginnt mit einem Zitat aus Walter Benjamins Brief an Gershom Scholem, in dem Benjamin die Uhr, die er aus dem Fenster seines Ateliers heraus sieht, eher rätselhaft als Luxus, ohne den er nicht auskommen kann bezeichnet. Zusätzlich umfasst "Index Cards" Kurzgeschichten zu so bemerkenswerten und aussergewöhnlichen Individuen wie dem Architekten Aldo Rossi, der Schriftstellerin Jane Bowles und das Schachwunder Paul Morphy. Das Buch wurde von der in Amsterdam lebenden Schweizer Grafikerin Julia Born gestaltet und bringt diverse Aspekte von Daveys Arbeit zusammen. Fotografien, die in der Reihenfolge ihres Erscheinens in die Texte eingestreut wurden, unterbrechen die Beiträge der Schreibenden. Weiter entschied sich die Künstlerin, für ihren eigenen Essay und für das während der Vorbereitungen für die Ausstellungen improvisierte Interview ihre fotografischen Mailers zu reproduzieren. Davey nennt diese in Serie und Format einzigartige Arbeit gern einfach mail art (Post-Kunst). Es handelt sich um dreissig mal fünfundvierzig Zentimeter grosse, in Fotolabors entwickelte Fotografien, welche die Künstlerin faltet und mit der Post an die Kuratoren und Galleristen schickt, bei denen sie ausstellt. Wenn die Fotos ankommen, werden sie aus dem Umschlag genommen (oder, wenn sie nur zugeklebt waren: werden sie geöffnet) und ausgebreitet. In der Form eines Rasters werden die Mailers , samt lesbarer Namen und Adressen, Briefmarken, Falten und zufälliger Risse und Zeichen der Abnutzung an die Wand geheftet, wo sie den blossen Begriff des Unfalls verkörpern, der in Daveys Schriften und besonders in ihrem Essay Notes on Photography & Accident von entscheidender Bedeutung ist. In der Ausstellung in der Kunsthalle Basel werden mehrere dieser Raster neben einzelnen Fotografien gezeigt, die ausgewählte Details aus dem Atelier und der Wohnung der Künstlerin zeigen, in der sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Zu diesen Details gehören eine Hundepfote auf einem staubigen Fussboden, die Nadel auf einer Langspielplatte, Hüllen und Stapel von Platten, eine mit den Worten long life cool white beschriebene Neonröhre, sich auf Regalen türmende Bücher und Papiere, Zeitungsausschnitte, billige Knöpfe, gebrauchte Kupfer-Pennies mit der Prägung von Abraham Lincolns Profil (Copperheads, 1990), eine Sammlung von Verstärkern und Lautsprechern, leere Whiskeyflaschen und vieles mehr. Die Arbeit von Moyra Davey wurde 2008 in der Übersichtsausstellung "Long Life Cool White" im Fogg Museum, Harvard University Art Museums, gezeigt. Helen Molesworth war die Kuratorin und gab unter demselben Titel auch den Begleitkatalog heraus (Yale University Press, 2009). In New York stellte Davey in Colin de Lands berühmter Galerie American Fine Arts aus und war Partnerin in der kooperativen, von Künstlern geleiteten Galerie Orchard. Sie ist ausserdem Herausgeberin von "Mother Reader: Essential Writings on Motherhood" (Seven Stories Press, 2001), einer Sammlung von Texten über die Überschneidung von Mutterschaft und kreativem Leben . Zu ihren letzten Gruppenausstellungen gehören "Photography on Photography: Reflections on the Medium Since 1960" im Metropolitan Museum of Art in New York im Jahr 2008 und "Calendar of flowers, gin bottles, steak bones" (mit James Welling und Claire Pentecost) in der Orchard Galerie in New York im Jahr 2007. Moira Daveys nächste Ausstellungen sind "Atlas" (kuratiert von Georges Didi-Huberman) und "Mixed Use, Manhattan: Photography and Related Practices, 1970s to the Present" (kuratiert von Lynne Cooke und Douglas Crimp), die beide 2010 im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid stattfinden werden. Daveys Arbeit ist derzeit auch bis zum 25.September in "Strange Comfort (Afforded by the Profession)" (kuratiert von Adam Szymczyk und Salvatore Lacagnina) im Keats-Shelley-Haus in Rom zu sehen. | |
| Museum | Kunsthalle Basel |
| Start | 17.06.2010 |
| Ende | 12.09.2010 |
| 12.09.2010 | Roboterträume |
|---|---|
| Als mechanischer Freund und Helfer wurde er erdacht, als Maschine mit künstlicher Intelligenz fordert er die Wissenschaft heraus, als unberechenbare Kreation beflügelt der Roboter Musik, Film, Literatur und die Kunst: Zusammen mit dem Kunsthaus Graz hat das Museum Tinguely neun Künstlerinnen und Künstler mit der Entwicklung eigener Roboterträume beauftragt. Der Ausstellungstitel Roboterträume ist vom russisch-amerikanischen Biochemiker und Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov (1920-1992) entliehen. In der gleichnamigen Kurzgeschichte aus dem Jahr 1986 wird der folgenschwere Traum eines Roboters beschrieben, der das Volk der künstlichen Wesen aus der Knechtschaft zu befreien versucht und deshalb eliminiert werden muss. Mit seinen Robotergeschichten hat Asimov einen prägenden Einfluss auf die Science-Fiction-Literatur und Filmgeschichte ausgeübt. Mit dem Thema künstliche Intelligenz sowie mit den Fragen, wie und wie weit Roboter künstliche Intelligenz einsetzen können und sollen und was damit ausgelöst werden soll und kann, wollen sich nun auch das Museum Tinguely und das Kunsthaus Graz auseinandersetzen. Nach der erfolgreichen Ausstellung Bewegliche Teile vor sechs Jahren ist dies die zweite Zusammenarbeit der beiden Häuser. Auftragsarbeiten Konkret wurden neun Künstlerinnen und Künstler mit entsprechenden Recherchen bzw. Auftragsarbeiten zum Thema Robotik und künstliche Intelligenz betraut. Zusätzlich zur eigenen Arbeit sollten sie auch noch ein bestehendes Referenzwerk benennen. Wir wollten den historischen Diskurs mit dem Thema ausblenden , sagt der Basler Co-Kurator der Ausstellung, Andres Pardey: Uns interessiert, was passiert, wenn sich ein Künstler oder eine Künstlerin frisch mit der Materie befasst. Die Resultate sind so unterschiedlich wie die Arbeitsweise der Künstlerinnen und Künstler, die sie erschaffen: Das Basler Künstlerduo Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth zum Beispiel befasst sich stetig mit interaktiven Maschinen und mit künstlicher Intelligenz. In der Ausstellung wird auf Basis von Spracherkennung ein Dialog zwischen Mensch und Maschine ermöglicht. Der österreichische Künstler Thomas Baumann dagegen, der für Bewegliche Teile die grosse Blechwelle geschaffen hat, entwickelt in bewusster Abgrenzung zum Gegenstand der Ausstellung einen Antiroboter. Mehrere Künstler befassen sich mit dem Thema Robotik und künstliche Intelligenz im Film: Der Salzburger Filmemacher und Multimediakünstler Virgil Widrich und der deutsche Künstler John Bock setzen sich in mit filmischen Mitteln und Filminstallationen mit Robotern und künstlich erschaffenen Menschen in der Filmgeschichte auseinander, während ihr New Yorker Kollege Jon Kessler das Publikum mit seiner Installation über Videoüberwachung wiederum mit einbezieht. Ganz anders nähern sich der Genfer Künstler Luc Mattenberger und der Franzose François Roche dem Thema: Mattenberger konstruiert eine mächtige Jetski-Bombe und nimmt damit auf den Umstand Bezug, dass ein Selbstmordattentäter selber zu einer Art Roboter wird. Roche arbeitet an einem Roboter, der Häuser entwirft und baut. Die Arbeit des Österreichers Niki Passath wiederum fusst auf dem Prinzip der Schwarmroboter Kleinroboter, die miteinander agieren und in der Gruppe eine Aufgabe erledigen , die in der Ausstellung mit den Besucherinnen und Besuchern interagieren. Die Australierin Kirsty Boyle schliesslich versucht den traditionellen mechanischen Karakuri-Figuren aus Japan Bewegungsintelligenz einzuhauchen. Ergänzt durch die Referenzwerke das bekannteste dürfte der Andy Warhol-Robot (1994) von Nam June Paik sein eröffnen die künstlerischen Roboterträume facettenreiche Einblicke in die grosse Frage nach der Ersetzbarkeit des Menschen durch Maschinen. | |
| Museum | Museum Tinguely |
| Start | 09.06.2010 |
| Ende | 12.09.2010 |
| 19.09.2010 | Die Essenz der Dinge |
|---|---|
| Design und die Kunst der Reduktion |
| Es liegt in der Natur des Menschen, stets nach der einfachsten Lösung zu suchen. Tatsächlich wurden edle Einfalt und stille Größe nicht erst im Klassizismus idealisiert und das Weniger ist Mehr des modernen Designs wirkt als Leitgedanke über die Postmoderne hinaus bis in unsere Zeit. Die Ausstellung Die Essenz der Dinge beleuchtet die Einflüsse und Motive eines Prinzips, das die Gestaltung raum- und zeitübergreifend geprägt hat. Die Vielfalt dieses Phänomens belegen Beispiele von Thonets legendärem Stuhl No. 14 über Möbel und Produktdesign von Gerrit Rietveld, Le Corbusier, den Eames, Max Bill, Dieter Rams, Shiro Kuramata oder Jasper Morrison bis hin zum iPod und dem jüngsten Kohlefaserstuhl von Shigeru Ban. Ergänzt werden diese um Fotos aus Architektur, Mode und Kunst. Bei aller Rationalisierung von Verfahren und Materialien, der Konzentration auf funktional Wesentliches und der Abstraktion von Formen bis hin zum Verschwinden der Dinge zeigt sich, wie komplex das Prinzip der Einfachheit ist. | |
| Museum | Vitra Design Museum, Weil am Rhein |
| Start | 20.03.2010 |
| Ende | 19.09.2010 |
| 19.09.2010 | Eva&Franco Mattes aka 0100101110101101.org |
|---|---|
| AD/HD |
| Eva und Franco Mattes aka 0100101110101101.org gehören zu den wichtigsten europäischen Medienkünstlern. Die Ausstellung zeigt neben den von Avataren ausgeführten Reenactements von Performances der 60er/70er Jahren die Performances, die das italienische Künstlerduo in jüngster Zeit in Online-Spielwelten durchführen. | |
| Museum | [plug.in] Kunst und neue Medien |
| Start | 11.06.2010 |
| Ende | 19.09.2010 |
| 19.09.2010 | Ausstellung zum Erweiterungsbau Kunstmuseum Basel |
|---|---|
| Der geplante Erweiterungsbau des Kunstmuseums schafft dringend benötigten Platz für Sonderausstellungen und ermöglicht eine zeitgemässe Präsentation der wertvollen Kunstwerke aus der Öffentlichen Kunstsammlung. Mit dem Projekt von Christ & Gantenbein Architekten fügt sich der Erweiterungsbau harmonisch in die Stadtstruktur und bildet ein selbstbewusstes Gegenüber zum Stammhaus. Die Eröffnung ist für 2015 vorgesehen. Die Ausstellung im Sieben-Fenster-Saal im Erdgeschoss zeigt anhand von Modellen, Plänen und Visualisierungen dieses dritte, dynamische Haus der Öffentlichen Kunstsammlung. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung: Tagespresse und www.kunstmuseumbasel.ch | |
| Museum | Kunstmuseum Basel |
| Start | 12.05.2010 |
| Ende | 19.09.2010 |
| 26.09.2010 | Rodney Graham |
|---|---|
| Through the Forest |
| Gezeigt werden nahezu 100 zwischen 1978 und 2008 entstandene Arbeiten des Kanadiers Rodney Graham (*1949). Der Künstler bedient sich unterschiedlichster Medien wie Bücher, Video, Skulpturen, Apparate, Malerei, Installation, Druckmaterial und Musik. Mit ironischer und gleichzeitig respektvoller Geste bezieht sich der Künstler auf unterschiedliche Werke aus der Zeit der Aufklärung bis zur Gegenwart. Angesehenen Figuren der Kunst, Literatur, Philosophie oder der Popmusik zollt er dadurch Tribut, jedoch nicht ohne deren zweifelsfreien Einfluss zu entmystifizieren. Sigmund Freud, Donald Judd, Edgar Allan Poe, Georg Büchner, Jeff Wall, Pablo Picasso ihr Werk steht als konzeptuelle Referenz vielen Arbeiten Grahams zur Verfügung. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museu d'Art Contemporani de Barcelona (MACBA) und der Hamburger Kunsthalle. | |
| Museum | Kunstmuseum Basel, Museum für Gegenwartskunst |
| Start | 13.06.2010 |
| Ende | 26.09.2010 |
| 30.09.2010 | Inforaum zum Bauprojekt von Herzog & de Meuron |
|---|---|
| Ein Blick in die Zukunft des Museums der Kulturen Basel |
| Das Museum der Kulturen wird erweitert. Das Bauprojekt des Architekturbüros Herzog & de Meuron umfasst einen zusätzlichen Ausstellungsraum, einen neuen Eingangsbereich im Untergeschoss sowie die Neugestaltung des Museumshofs. Die neue Halle für Ausstellungen ergänzt die drei bestehenden Stockwerke des Hauptgebäudes des Museums der Kulturen als neues Dachgeschoss. Unregelmässig gefaltet wird sich dieses in die Dachlandschaft des mittelalterlichen Basels einfügen und gleichzeitig ein neues Zeichen im Herzen der Stadt setzen. Ab dem Jahr 2011 wird dem Museum somit eine grosse, zusammenhängende Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen, die in jeder Hinsicht spektakuläre Ausblicke verspricht. Baupläne, Visualisierungen sowie Modelle und laufend aktualisierte Fotos von der Baustelle sind während der ganzen Bauzeit (2008-2010) in einem Inforaum zum Bauprojekt im Museum der Kulturen zu sehen (Augustinergasse 8, 2. Stock). | |
| Museum | Museum der Kulturen Basel |
| Start | 30.08.2008 |
| Ende | 30.09.2010 |
| 03.10.2010 | Matthew Barney |
|---|---|
| Prayer Sheet with the Wound and the Nail |
| Mit Matthew Barney (*1967) präsentiert das Schaulager einen der schillerndsten Sterne am Himmel der US-amerikanischen Kunstszene. Die Ausstellung mit dem an Heiligenlegenden erinnernden Titel Prayer Sheet with the Wound and the Nail konfrontiert das sperrige Werk dieses aussergewöhnlichen Künstlers mit Zeichnungen und Druckgrafiken alter Meister. Matthew Barney, der in seiner Jugendzeit als Model und Footballspieler gearbeitet hatte, versteht es ausgezeichnet, sich in Szene zu setzen. In praktisch all seinen Arbeiten tritt der Künstler nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Protagonist in Erscheinung. Ausgehend von einem erweiterten Skulpturbegriff vereint Barney Performance, Video und Film, Fotografie, Zeichnung und Plastik zu multimedialen Installationen, die bildgewaltige wie absurd grotestke, rätsel- und gleichnishafte Geschichten erzählen. So auch im abendfüllenden Spielfilm Drawing Restraint 9 , wo ihm seine Lebensgefährtin, die bekannte Musikerin und Sängerin Björk, die überdies den meditativen Soundtrack zum Film beigesteuert hat, zur Seite steht: Ein Mann (Barney) und eine Frau (Björk) schreiten im Bauch eines japanischen Walfangschiffs zur Vermählung, die einem grotesk überhöhten Shinto-Zeremoniell folgt. Auf dem Höhepunkt der Hochzeit schneidet sich das Paar die Beine ab, um sich nach dieser grausig-wundersamen Metamorphose mit den gejagten Walen im eisigen Meer zu vereinen. Zeichnen mit Hindernissen Der 2005 entstandene Film ist Teil einer Werkserie, die sich über die gesamte bisherige Laufbahn des Künstlers zieht, den das New York Times Magazine 1999 zum most important American Artist of his generation gekürt hat. Die Reihe umfasst bisher 16 Teile und trägt den Titel Drawing Restraint , was sinngemäss mit Zeichnen mit Hindernissen oder Zeichnen unter erschwerten Bedingungen übersetzt werden kann. Dieses Prinzip zieht sich als durchgängiges Motiv durch die Performance- und Filmreihe. Barney lotet darin auf unterschiedliche Weise die naturgegebenen Grenzen des Körpers und Geistes aus. In den ältesten Performances inszenierte er sich als Künstler, der sich selber massive Widerstände auferlegt: Um ein bleibendes Werk, etwa eine Zeichnung anfertigen zu können, muss er Rampen besteigen, auf einem Trampolin zur Decke hoch springen oder den Gegenzug elastischer Bänder überwinden. Im Verlauf der Serie weitet Barney das Setting über den Kampf gegen physische Schranken aus: Die Performances bekommen eine ausgefeilte Dramaturgie, die Erzählungen werden allegorischer zum Beispiel, wenn er in Drawing Restraint 7 (1993) drei Satyre beim lustvoll-bizarren Kampfspiel in einer Luxuslimousine zeigt. Dialog mit alten Meistern Aus der Performancereihe sind neben den filmischen Dokumentationen Skulpturen, Schauvitrinen, Videos und Zeichnungen hervorgegangen. Dieses sorgsam arrangierte Drawing Restraint -Archiv ist von der Laurenz-Stiftung gemeinsam mit dem Museum of Modern Art, New York, unlängst aufgekauft worden und kann nun erstmals in seiner Gesamtheit präsentiert werden. Zudem werden weitere Arbeiten Barneys zu sehen sein, Werke aus der Emanuel Hoffmann-Stiftung und Leihgaben. Das Schaulager geht noch einen Schritt weiter: In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler setzt der Gastkurator der Ausstellung, der New Yorker Autor und Ausstellungsmacher Neville Wakefield, die Arbeiten Barneys in einen Dialog mit christlich-ikonografischen Stichen, Holzschnitten und Zeichnungen von Renaissance-Meistern wie Martin Schongauer, Albrecht Dürer oder Urs Graf. In den bildlichen Erzählungen von Busse, Leid und Verklärung soll Barneys Interesse an den Grenzen der physischen und psychischen Ordnung des Lebens ein Pendant finden. | |
| Museum | Schaulager, Münchenstein/Basel |
| Start | 12.06.2010 |
| Ende | 03.10.2010 |
| 03.10.2010 | Ja, ich will! |
|---|---|
| Eine Sonderausstellung über Brautmode, Brauchtum und Traditionen rund ums Heiraten |
| Die Ausstellung zeigt über 350 Objekte zum schönsten Tag im Leben: bezaubernde Hochzeitskleider mit Schleier, traumhafte Hochzeitsschuhe, nostalgische Brautsträusse, romantische Handschuhe sowie Brautkränze aus Myrte mit Wachsblüten und knospen, aber auch Hochzeitskronen, Brautkronenstühlchen unter Glasdomen, alte Originalfotos und viele weitere Hochzeitserinnerungen aus der Zeit von ca. 1810 bis 1960. Exklusive Brautkleider und ausgewählte Accessoires verkörpern als Zeitzeugen Brauchtum und Traditionen, die sich über Jahrhunderte teilweise bis in die heutige Zeit gehalten haben. Mit Filmen von Brautmodeschauen vergangener Jahrzehnte können sich die Besucherinnen und Besucher auf die Sonderausstellung einstimmen. Dazu gehören auch die historischen bewegten Bilder königlicher Hochzeiten aus der ganzen Welt mit dem original englischen Ton oder mit deutscher Übersetzung. Unter anderen werden die Hochzeit von Prinz Rainier III. von Monaco mit Grace Patricia Kelly, die Hochzeitszeremonie des Schahs von Persien mit Farah Diba sowie die Vermählung von Prinz Charles von England mit Lady Diana gezeigt. Als Besonderheit kann ein 30 cm breiter Streifen vom Stoffballen des Brautschleiers von Diana, der Pricess of Wales, bewundert werden. | |
| Museum | Puppenhausmuseum |
| Start | 17.04.2010 |
| Ende | 03.10.2010 |
| 03.10.2010 | HERZLichen Glückwunsch |
|---|---|
| Sonderausstellung zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl |
| Am 2. Mai 2010 wäre Theodor Herzl 150 Jahre alt geworden. Grund genug, seiner Person und seiner Bedeutung unter anderem für die Gründung des Staates Israel eine kleine Ausstellung zu widmen. Neben der berühmten Porträtaufnahme auf einem Balkon des Hotels Drei Könige sind Objekte aus der Sammlung zu sehen, die Einblick in den Zionismus und den Basler Zionistenkongress bieten. | |
| Museum | Jüdisches Museum der Schweiz |
| Start | 21.04.2010 |
| Ende | 03.10.2010 |
| 24.10.2010 | Frisch gestrichen |
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| Special 30 Jahre Cartoonmuseum Basel |
| Vor den spitzen Federn der humoristischen Zeichner ist niemand sicher. Kunstwerken geht es da nicht besser. Je höher der Sockel, auf dem sie stehen, desto grösser die Lust, daran zu wackeln. Es gibt Cartoonisten, die nicht davor zurückschrecken, Meisterwerke zu übermalen, aber die richtig unverfrorenen tummeln sich in der Königsdisziplin der Kunstsatire der Kunstparodie. Dieter Burckhardt, der Gründer und Stifter des Museums, war der Kunstsatire sehr verbunden und hat sie intensiv gesammelt. Diese reizvolle Gattung ist deshalb besonders oft und mit aussergewöhnlichen Werken in der Sammlung des Cartoonmuseums vertreten. Die Jubiläumsausstellung zeigt eine Auswahl dieser Arbeiten im Cartoonforum. Sie wird von einer gleichnamigen Publikation mit 30 Postkarten begleitet. | |
| Museum | Cartoonmuseum Basel |
| Start | 26.06.2010 |
| Ende | 24.10.2010 |
| 24.10.2010 | Hurzlmeier |
|---|---|
| Meisterwerke der komischen Periode |
| Das Cartoonmuseum Basel feiert seine 30-jährige Ausstellungstätigkeit mit Rudi Hurzlmeier (*1952), einem Mitegründer und Hauptvertreter der komischen Malerei. Im niederbayrischen Kloster Mallendorf geboren, lebt Hurzlmeier heute in München als Maler, Zeichner, Cartoonist und Autor. In seinen Gemälden spielt er virtuos mit der Diskrepanz zwischen seiner altmeisterlichen Malweise und komischen, oft absurden, meistens grotesken, manchmal auch makabren Motiven. Vom Akt über die Landschaft, das Historienbild und das Porträt bis hin zum Stillleben ist kein Genre der klassischen Malerei gegen seinen ikonoklastischen Zugriff gefeit. Indem Hurzlmeier konsequent alle Klischees und Erwartungen unterläuft, löst er beim Betrachter Verblüffung, Irritation und schliesslich Heiterkeit aus. | |
| Museum | Cartoonmuseum Basel |
| Start | 26.06.2010 |
| Ende | 24.10.2010 |
| 31.10.2010 | Fabio Marco Pirovino |
|---|---|
| RAZZLE DAZZLE (PPG) |
| Die Einladungskarte zum neuen Projekt an der Rückwand der Kunsthalle Basel von Fabio Marco Pirovino (1980, Basel) zeigt seine Fotografie "PPG", 2006. Es ist die Reproduktion der Rückseite eines Bildes, das in Plastik eingeschweisst ist. Schaut man genauer hin, erkennt man einen Stempel mit dem Namen Pablo Picassos sowie ein Preisschild mit Barcode, auf dem "Guernica" und 6,30 zu lesen sind. Es handelt sich um eine billige Reproduktion von "Guernica", dem ikonischen Gemälde des spanischen Malers, welches er 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica malte. Guernica wurde während des Spanischen Bürgerkriegs am 26. April 1937 durch Flugzeuge der deutschen Fliegerabteilung Legion Condor, die Verbündete von General Francisco Franco und den Nationalisten waren, bombardiert. Picasso hatte schon früher den Auftrag der spanischen Regierung erhalten, ein Gemälde für die Weltausstellung 1937 in Paris zu entwerfen und entschied sich nach der Bekanntmachung des Angriffs gegen sein ursprüngliches Konzept mit dem Titel Der Maler und sein Modell und für die Darstellung von Gewalt und Leid. Nach der ersten Präsentation tourte das Gemälde durch verschiedene Städte Europas, unter anderem war es in der Whitechapel Gallery in London zu sehen, und ist bis heute eines der am Häufigsten reproduzierten Motive im Zusammenhang mit Antikriegsbewegungen geblieben. Ab 1939 hing das Werk im Museum of Modern Art in New York, wo es nach dem Willen Picassos bis nach Francos Tod blieb. 1981 wurde es ins Museo de Arte Reina Sofía in Madrid überführt. In jüngster Zeit erregte das Gemälde Aufmerksamkeit als die US-Regierung unter George W. Bush 2003 im UNO Hauptgebäude in New York eine Kopie des Bildes einen 1985 von Nelson Rockefeller gestifteten Wandteppich mit einer blauen Fahne abdecken liess. Der damalige amerikanische Aussenminister Colin Powell präsentierte vor dem verhüllten Bild Indizien für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak, um den bevorstehenden Einmarsch ins Land zu legitimieren. Wie sich später herausstellte, waren Teile des Beweismaterials gefälscht. "RAZZLE DAZZLE (PPG)", 2010, die flächendeckende Wandmalerei an der Rückwand der Kunsthalle Basel von Fabio Marco Pirovino, ist eine aktuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte sowie der kulturellen und politischen Bedeutung von "Guernica" (1). Mittels Mausklick suchte Pirovino nach dem ersten Bild, das unter dem Stichwort Guernica bei Google erscheint und bearbeitete dieses mit einem einfachen Photoshop-Verfahren: Er bestimmte die unterschiedlichen Grauwerte im Bild und übermalte mit einer festgelegten Pinselgrösse die Darstellungen soweit, dass die in der Grisaille-Technik gemalten Figuren in abstrakte Flächen überführt wurden. Zuletzt drehte der Künstler das Bild auf den Kopf, um, wie er sagt, die Komposition stärker zu betonen und das Gemälde noch einen Schritt weiter zu abstrahieren. Die digitale Bearbeitung des ursprünglichen Motivs wurde schliesslich wieder in ein analoges Verfahren übersetzt, indem der Künstler sein Bild am Computer von Hand nachzeichnete und entsprechend der gesamten Länge der Wand im Copy&Paste -Stil mehrmals hintereinander kopierte. Mittels einer alten Freskotechnik wurde das Motiv dann in entsprechender Vergrösserung mit einem echten Pinsel auf die Rückwand gemalt. Picassos expressive Darstellung des Leids wird bei Pirovino zu einer etwas mehr als drei Mal wiederholten abstrakten Komposition, die selbst übergross an der Wand noch sehr digital anmutet. Der Duktus des (Photoshop-)Pinsels ist ebenso erkennbar wie die Naht, wo ein Bild ans nächste angesetzt wurde. In der Wiederholung muten die weissen, grauen und schwarzen Farbtöne wie eine Art der Camouflage an, die sich der figürlichen Darstellung entzieht. Razzle Dazzle zu Deutsch Täuschungsmanöver, Durcheinander, aber auch Effekthascherei ist die Bezeichnung von Tarnmustern von Kriegsschiffen, die mehrheitlich im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurden (Das Muster geht zurück auf den britischen Künstler Sir Norman Wilkinson und sollte eher der Verwirrung als der Tarnung dienen). "RAZZLE DAZZLE (PPG)" verweist nicht nur auf die symbolische Bedeutung von "Guernica" als politisiertes und vielfach reproduziertes Gemälde, sondern ist auch ein Nachdenken über die Macht der Bilder an sich in Fotografie wie Malerei und deren Gebrauch und Instrumentalisierung heute. Die Verfügbarkeit von visuellem Material im Netz und die technische Entwicklung von Bildbearbeitungsprogrammen ermöglicht eine massive gestalterische Freiheit in der Kunst, deren Grenzen sich in der Politik konträr dazu verhält: digitale Bearbeitung und Vervielfältigungstechniken von Medienbildern erleichtern die Verfälschung von Tatsachen und werden aus unterschiedlichen politischen Gründen von verschiedenen Seiten in Konflikten als Propagandamittel eingesetzt. Die vermeintliche Transparenz durch die Allgegenwärtigkeit von Foto- und Filmkameras und dem Zugang zum Internet wird immer wieder durch Falschmeldungen von manipuliertem Bildmaterial gebrochen. Selbst die Vorlage stellt sich als eine nicht ganz exakte Repräsentation des Originals heraus: das erste Bild, was zum Zeitpunkt der Suche im Netz unter dem Stichwort Guernica erschien, war leicht angeschnitten. Pirovino, der sein Fotografiestudium 2007 an der Zürcher Hochschule der Künste abschloss, hat eines der meist zitierten Gemälde als Vorlage genommen. Sein Werk ist ein zeitgenössischer Kommentar über das Bestreben der Kunst nach einer Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen jenseits eines reinen Abbildungscharakters. Pirovino arbeitet bei der Produktion seiner Werke, die Fotografie ebenso wie Zeichnungen und Aquarelle umfassen, mit der Affinität eines Malers: Verschiedenste Materialien werden spielerisch auf ihre Formen überprüft und neue Kompositionen mittels Variation und Reduktion geschaffen. Der Prozess der digitalen Bearbeitung ist dabei immer offen gelegt und die Schnittstellen der fotografischen Collagen bleiben wie auch an der Rückwand sichtbar. Von Andy Warhol ist überliefert, dass er seinen Assistenten fragte, was er machen könnte, das abstrakt, aber nicht wirklich abstrakt wäre. Das Arbeiten mit Camouflage war eine Antwort mit einem abstrakten Muster umzugehen, das dennoch unzählige Assoziationen wach rief. Von Pirovino könnte man sagen, dass er sich wie ein Terrorist zu Picasso und Warhol verhält: er entpolitisiert "Guernica" und wappnet es gleichzeitig für eine post-politische Ära, indem er es wieder militant macht. (1) Die Stadt Basel verbindet eine einzigartige Beziehung zu Picasso. Bereits 1914 wurden erste Arbeiten von Picasso in der Kunsthalle Basel ausgestellt und 1967 bot Peter G. Staechelin, der Hauptaktionär der Basler Charterfluggesellschaft Globe Air , der Stadt zwei Gemälde aus der Familiensammlung für 8.4 Mio. Schweizer Franken zum Verkauf an, um sein marodes Flugunternehmen vor dem (nicht mehr abwendbaren) Konkurs zu retten. Der Grosse Rat bewilligte einen Kredit von 6 Mio. und innert weniger Wochen konnte mit einer Sammelaktion, dem Bettlerfest , die fehlende Summe von 2.4 Mio. aufgeboten und die Werke fürs Kunstmuseum Basel angekauft werden. Pablo Picasso schenkte der Stadt aus Freude über den Ankauf später noch vier weitere Gemälde. Das Projekt wurde grosszügig unterstützt von: Heivisch Sachsponsoring von: Dold AG, Münchenstein Fleig Plot AG, Basel Fabio Marco Pirovino (geb. 1980, Basel) lebt und arbeitet in Basel und Zürich. Er ist Absolvent des Studienbereichs Fotografie der Zürcher Hochschule der Künste. Pirovino war mehrmals an der "Regionale" vertreten und erhielt anlässlich der "Regionale 10" in der Kunsthalle Basel den Reisepreis des Basler Kunstvereins. Er war an diversen Gruppenausstellungen vertreten u.a. an der "Plat(t)form", Fotomuseum Winterthur und mit Amberg&Marti in Riga ("Amberg&Marti zeigen FMP") (beide 2007). Im August 2010 stellt Pirovino im Ausstellungsraum Klingental in der Gruppenausstellung "The Artist and the Photograph" aus. Im Januar 2010 hatte er eine Einzelausstellung in der Coalmine Fotogalerie, Winterthur ("20th Century Fox, in Memory of Thomas Knoll") und 2009 bei Abbt Projects, Zürich ("Fabio Marco Pirovino: Propaganda + Instinct"), Paloma Presents, Zürich ("FMP at his own flat") sowie bei Marks Blond Projects in Bern ("Icarus"). | |
| Museum | Kunsthalle Basel |
| Start | 12.06.2010 |
| Ende | 31.10.2010 |
| 31.12.2010 | Merkwürdig |
|---|---|
| Objekte, die aus der Reihe tanzen |
| Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Kuriositäten: sie präsentiert Objekte aus dem jüdischen Alltagsleben, dem Kult und der Geschichte, die sich in Material, Form oder Verwendungszweck vom üblichen Ausstellungsgut unterscheiden. | |
| Museum | Jüdisches Museum der Schweiz |
| Start | 16.03.2009 |
| Ende | 31.12.2010 |
| 27.02.2011 | Musik in der Zeit |
|---|---|
| Uhren mit mechanischen Musikwerken teilen den Tag |
| Glockenspiel in Turmuhren, Schreibsekretär mit Uhr und Orgelwerk, Wand- und Kaminuhren mit Musikwerk, Flötenuhr oder goldene Prunkvase mit Uhr, Musikwerk und Singvögeln seit dem 14. Jahrhundert wurden Uhren mannigfaltig mit Musikwerken ausgestattet, um sie exquisiter und kostbarer erscheinen zu lassen. In der Vergangenheit gestalteten Glockenspiele und Musikwerke zudem den Tagesablauf der Menschen. Das Museum für Musikautomaten Seewen widmet sich in seiner neuen Sonderausstellung diesen musikalischen Zeitmaschinen vergangener Epochen. Führungen durch die Sonderausstellung: Mittwoch und Sonntag 14.30 Uhr | |
| Museum | Museum für Musikautomaten, Seewen |
| Start | 22.06.2010 |
| Ende | 27.02.2011 |
| 28.02.2011 | Zugänglichkeit zur Sammlung |
|---|---|
| Mitteilung an Besucherinnen und Besucher |
| Das Ausstellungsangebot im Museum der Kulturen beschränkt sich zurzeit auf eine permanente Schau zur Basler Fasnacht. Ein Inforaum orientiert zudem über das laufende Bauprojekt zur Erweiterung des Museums. Die bisherigen Dauerausstellungen mit Exponaten aus den Sammlungen zu Afrika, Amerika, Europa, Ozeanien, Südostasien sowie Süd-, Zentral- und Ostasien sind im Hinblick auf den bevorstehenden Umbau des Museums abgebaut worden - und deshalb nicht mehr zugänglich! Ab 2011 wird es möglich sein, den einmaligen Sammlungen des Hauses im erweiterten Museum der Kulturen ganz neu zu begegnen. | |
| Museum | Museum der Kulturen Basel |
| Start | |
| Ende | 28.02.2011 |
| 29.02.2012 | Augusta Raurica: Modellstadt - Stadtmodell |
|---|---|
| Stadtplanung auf dem Reissbrett ist keine moderne Erfindung. Schon in römischer Zeit wurden ganze Städte am Schreibtisch geplant. Augusta Raurica ist ein typisches Beispiel dafür. Funde rund um ein dreidimensionales Modell illustrieren die Stadtgeschichte von der Gründung im Jahre 44 v. Chr. bis in die Jahre um 600. | |
| Museum | Augusta Raurica, Augst |
| Start | 25.03.2010 |
| Ende | 29.02.2012 |
| 30.11.2014 | Die frühe Kirche in Kaiseraugst in neuem Licht |
|---|---|
| Alle sind sich einig: Die Mauerreste im kleinen Schutzbau unterhalb der bestehenden Kirche St. Gallus in Kaiseraugst gehören zu einer der frühesten christlichen Anlagen der Nordwestschweiz. Der in den 1960er-Jahren ausgegrabene Komplex wurde zunächst für die Amtskirche des (in Schriftquellen für die Jahre um 340 n. Chr. bezeugten) Bischofs Justinian gehalten, doch konnte diese Interpretation durch das neuste Forschungsprojekt von Guido Faccani widerlegt werden: Die Kirche scheint erst im späteren 4. Jahrhundert erbaut worden zu sein und das vermeintliche Taufbecken hatte keine liturgische Funktion, gehörte also nicht zu einem Baptisterium, sondern war eher Teil der Badeanlage der bischöflichen Residenz. Die neuen Erkenntnisse mindern die Bedeutung der Fundstätte jedoch in keiner Weise. Im Vordergrund der Ausstellung Frühe Christen im Schutzhaus stehen einige christliche Grabsteine aus dem Kastellfriedhof sowie mit christlichen Symbolen geschmückte Gegenstände des 4. bis 7. Jahrhunderts. Die Mauerreste im Schutzhaus bilden dabei faktisch und im übertragenen Sinne den Rahmen der Präsentation: am einen Ende die Kastellmauer, Symbol römischer Macht, am anderen Ende die Mauer der ersten Kirche, Zeichen des Aufstiegs des Christentums. Besuchen Sie die frühe Kirche in Kaiseraugst und lassen Sie sich in die Zeit nach den Römern versetzen. In jene Jahrhunderte, in welchen die römischen, germanischen und christlichen Wurzeln zu unserer europäischen Gesellschaft zusammenwuchsen. | |
| Museum | Augusta Raurica, Augst |
| Start | 15.04.2009 |
| Ende | 30.11.2014 |





